VORWORT VON MELANIE RAABE
Buchautorin
Die Falle war ein unglaublicher Glücksfall für mich. Zum einen, weil der Text nach vier Manuskripten, die von allen Verlagen abgelehnt wurden, mein Durchbruch war. Zum anderen, weil ich so aufgegangen bin im Schreiben dieses Romans, das war so ein schöner Prozess. Und davon einmal abgesehen ist das eigene Debüt natürlich immer etwas Besonderes.
Es ist eine riesengroße Ehre, wenn andere Künstler*innen sagen: Hey, diese Idee finden wir irgendwie interessant, mit diesem Stoff möchten wir gerne arbeiten. Angst, dass etwas Anderes daraus gemacht wird, habe ich da tatsächlich nie. Ich verfolge das einfach mit Interesse und Neugier. Fairerweise muss ich aber dazusagen, dass mir schon nach dem ersten Treffen mit Isabel Kleefeld sonnenklar war, dass da etwas Großartiges entstehen wird. Da ist es natürlich nochmal leichter, so entspannt zu sein.

Als ich Isabels Drehbücher bekommen habe, habe ich natürlich sofort alles stehen und liegen gelassen, um zu lesen. Und war ehrlich begeistert. Weil sie den Kern des Romans so gut getroffen hat und gleichzeitig ihre eigene Handschrift als Autorin so klar erkennbar ist. Ich habe Isabel direkt angerufen, ihr gratuliert und sie vermutlich erst einmal eine Viertelstunde damit vollgequatscht, wie brillant ihre Bücher sind. Monate später ans Set zu gehen, war dann regelrecht surreal. Zu sehen, wie viele Menschen an so einer großen Produktion mitarbeiten, die alle ihr eigenes Talent und Handwerk, ihre eigene Erfahrung und Expertise mitbringen, ist wirklich beeindruckend. Das kann eine Romanautorin, die nichts braucht, als sich selbst und ihren Laptop, nur demütig machen.
Es ist regelrecht unwirklich und schwer zu beschreiben, wie das ist, wenn man die selbst erdachten Figuren zu filmischem Leben erweckt sieht. Ich weiß ja noch, wie ich 2014 in meiner 1-Zimmer-Wohnung in Köln-Ehrenfeld saß und am Roman gearbeitet habe. Der ist in den letzten 12 Jahren weit gereist, durch viele Hände gegangen und am Ende in den genau richtigen gelandet. Die fertige Serie hat mich wirklich umgehauen.
Zur gesamten Erfahrung fällt mir nur ein Wort ein: magisch!
